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Augenärzte fordern leitlinienorientierte Bonusverträge DOG diskutiert aktuelle Fragen zur ärzt

Vor einer zunehmenden Ökonomisierung in der Augenheilkunde warnt der Präsident der DOG, Professor Dr. med. Klaus-Peter Steuhl. „Stattdessen sollten wir uns noch stärker an den ethischen Aspekten unserer Aufgabe orientieren, zum Wohle des Patienten“, betont Steuhl. Ethik wird daher ein Schwerpunkt auf dem 110. DOG-Kongress sein. Unter anderem widmet sich eine Podiumsdiskussion dem Thema „Augenheilkunde heute – im Spannungsfeld von Ethik und Ökonomie“. Klaus-Peter Steuhl plädiert für klare Regeln im Umgang mit Patienten, Kollegen und Industriepartnern sowie Bonusverträgen, die leitliniengerechtes Behandeln honorieren müssen.
  • Vor einer zunehmenden Ökonomisierung in der Augenheilkunde warnt der Präsident der DOG, Professor Dr. med. Klaus-Peter Steuhl. „Stattdessen sollten wir uns noch stärker an den ethischen Aspekten unserer Aufgabe orientieren, zum Wohle des Patienten“, betont Steuhl. Ethik wird daher ein Schwerpunkt auf dem 110. DOG-Kongress sein. Unter anderem widmet sich eine Podiumsdiskussion dem Thema „Augenheilkunde heute – im Spannungsfeld von Ethik und Ökonomie“. Klaus-Peter Steuhl plädiert für klare Regeln im Umgang mit Patienten, Kollegen und Industriepartnern sowie Bonusverträgen, die leitliniengerechtes Behandeln honorieren müssen.

    Seit dem Jahr 2009 dürfen Krankenkassen Versorgungsverträge mit einzelnen Ärzten abschließen, sogenannte Selektivverträge – zum Zweck der Wirtschaftlichkeit, so die Argumentation. „Wirtschaftlichkeit ist ein berechtigtes Anliegen“, betont Klaus-Peter Steuhl, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Essen. „Aber wenn das Streben nach Gewinnmaximierung die Oberhand gewinnt, droht das Patientenwohl auf der Strecke zu bleiben“, warnt der Augenexperte.

    Diese Befürchtung sei auch in Hinblick auf leistungsorientierte Bonusverträge angebracht, bei denen Chefärzte bestimmte Fallzahlen erbringen müssen. Solche Verträge bergen die Gefahr, dass Mediziner ihrer ethischen Grundverpflichtung, das Patientenwohl an erste Stelle zu setzen, zuwiderhandeln, indem sie Operationen, Therapien oder Überweisungen veranlassen, die nicht eindeutig notwendig oder auch anders möglich wären. „Hier sollten die Anreize anders gesetzt werden“, meint Steuhl. „Nicht das Erreichen vorgegebener oder möglichst hoher Fallzahlen sollte honoriert werden, sondern die Behandlung gemäß medizinischer Leitlinien.“

    Leitlinien werden von den jeweiligen medizinischen Fachgesellschaften erarbeitet und beschreiben für jedes Krankheitsbild, welche einzelnen Schritte in Diagnostik und Therapie erfolgen sollten, um größtmögliche Behandlungsqualität und Patientensicherheit zu gewährleisten – bei gleichzeitiger Beachtung wirtschaftlicher Aspekte.

    In Anbetracht wachsenden Kostendrucks stehe die ärztliche Unabhängigkeit auf dem Spiel, warnt Steuhl. Um sie zu schützen, sollten sich Ärzte aktiv mit ethischen Fragen auseinandersetzen. „Ich empfehle klare Regeln im Umgang mit Patienten, ärztlichen Kollegen, Mitarbeitern und Industriepartnern“, erklärt der DOG-Präsident. So seien Koppelgeschäfte abzulehnen, die das Leasing von Geräten mit der Verpflichtung zur Abnahme bestimmter Produkte oder Medikamente verknüpften. „Ärzte müssen in ihren Entscheidungen frei bleiben, denn Therapiefreiheit ist die Grundlage ärztlichen Tuns“, betont Steuhl.

    Augenärzte und Augenkliniken sollten zudem ihren Patienten gegenüber transparent machen, mit wem sie kooperieren und ob sie Netzwerken angehören. Bei der Publikation von Forschungsergebnissen für die Industrie sei die Beziehung des Augenarztes zum Auftraggeber offen zu legen. Honoraren und Kostenerstattungen müssten angemessene Gegenleistungen gegenüberstehen, Geschenke dürften die Höhe steuerlicher Freigrenzen nicht überschreiten.

    Nach der Allianz Deutscher Ärzteverbände, der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie wendet sich mit der DOG eine weitere medizinische Fachgesellschaft gegen die zunehmende Ökonomisierung in der Gesundheitsversorgung. „Wir begrüßen es sehr, dass sich die Ärzteschaft in dieser Frage geschlossen aufstellt“, erklärt Professor Steuhl.

    52.473593 13.459067
Wann 20.09.2012 um 09:00 bis
22.09.2012 um 17:30
Veranstaltungsort Estrel Convention Center Berlin
Stadt Berlin
Kontaktname
Kontakttelefon +49 711 8931 641
Termin übernehmen vCal
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Seit dem Jahr 2009 dürfen Krankenkassen Versorgungsverträge mit einzelnen Ärzten abschließen, sogenannte Selektivverträge – zum Zweck der Wirtschaftlichkeit, so die Argumentation. „Wirtschaftlichkeit ist ein berechtigtes Anliegen“, betont Klaus-Peter Steuhl, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Essen. „Aber wenn das Streben nach Gewinnmaximierung die Oberhand gewinnt, droht das Patientenwohl auf der Strecke zu bleiben“, warnt der Augenexperte.

Diese Befürchtung sei auch in Hinblick auf leistungsorientierte Bonusverträge angebracht, bei denen Chefärzte bestimmte Fallzahlen erbringen müssen. Solche Verträge bergen die Gefahr, dass Mediziner ihrer ethischen Grundverpflichtung, das Patientenwohl an erste Stelle zu setzen, zuwiderhandeln, indem sie Operationen, Therapien oder Überweisungen veranlassen, die nicht eindeutig notwendig oder auch anders möglich wären. „Hier sollten die Anreize anders gesetzt werden“, meint Steuhl. „Nicht das Erreichen vorgegebener oder möglichst hoher Fallzahlen sollte honoriert werden, sondern die Behandlung gemäß medizinischer Leitlinien.“

Leitlinien werden von den jeweiligen medizinischen Fachgesellschaften erarbeitet und beschreiben für jedes Krankheitsbild, welche einzelnen Schritte in Diagnostik und Therapie erfolgen sollten, um größtmögliche Behandlungsqualität und Patientensicherheit zu gewährleisten – bei gleichzeitiger Beachtung wirtschaftlicher Aspekte.

In Anbetracht wachsenden Kostendrucks stehe die ärztliche Unabhängigkeit auf dem Spiel, warnt Steuhl. Um sie zu schützen, sollten sich Ärzte aktiv mit ethischen Fragen auseinandersetzen. „Ich empfehle klare Regeln im Umgang mit Patienten, ärztlichen Kollegen, Mitarbeitern und Industriepartnern“, erklärt der DOG-Präsident. So seien Koppelgeschäfte abzulehnen, die das Leasing von Geräten mit der Verpflichtung zur Abnahme bestimmter Produkte oder Medikamente verknüpften. „Ärzte müssen in ihren Entscheidungen frei bleiben, denn Therapiefreiheit ist die Grundlage ärztlichen Tuns“, betont Steuhl.

Augenärzte und Augenkliniken sollten zudem ihren Patienten gegenüber transparent machen, mit wem sie kooperieren und ob sie Netzwerken angehören. Bei der Publikation von Forschungsergebnissen für die Industrie sei die Beziehung des Augenarztes zum Auftraggeber offen zu legen. Honoraren und Kostenerstattungen müssten angemessene Gegenleistungen gegenüberstehen, Geschenke dürften die Höhe steuerlicher Freigrenzen nicht überschreiten.

Nach der Allianz Deutscher Ärzteverbände, der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie wendet sich mit der DOG eine weitere medizinische Fachgesellschaft gegen die zunehmende Ökonomisierung in der Gesundheitsversorgung. „Wir begrüßen es sehr, dass sich die Ärzteschaft in dieser Frage geschlossen aufstellt“, erklärt Professor Steuhl.

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