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SARS-CoV-2-Diagnostik: Infizierte erkennen, mögliche Varianten frühzeitig durch gezielte Mutationsanalysen und Vollgenomsequenzierung einstufen

Die Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V. sind auch auf die aktuelle Phase der COVID-19-Pandemie, die zusätzlich von der Verbreitung von Varianten des Virus geprägt ist, gut vorbereitet. Den wichtigen „Dreiklang“ aus früher Diagnose möglichst aller Infizierter mittels diagnostischer PCR-Tests, dem Tracking bereits bekannter Mutationen mit gezielter PCR und einer erweiterten Surveillance zum Auffinden neuer Mutationen über die Vollgenomsequenzierung bilden sie sicher und zuverlässig ab.

26.01.2021

„Wir in den fachärztlichen Laboren verfügen in allen drei Säulen über breite fachliche Kompetenzen“, stellt Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender des ALM e.V., fest. Vorstandsmitglied Evangelos Kotsopoulos bestätigt: „Innerhalb kürzester Zeit ist es uns gelungen, die erforderlichen Kapazitäten für die flächendecke Surveillance bereitzustellen sowie ein breites Mutationstracking zu den wesentlichen Mutationen der epidemiologisch relevanten zirkulierenden SARS-CoV-2-Varianten im Rahmen einer PCR-Nachtestung aufzubauen. Das zeigt, wie gut die fachärztlichen Labore in Deutschland aufgestellt sind.“

Die wöchentliche Datenanalyse zeigt folgendes Bild: Die Zahl der SARS-CoV-2-PCR-Testungen liegt mit 993.304 (1.056.969 in KW 02) niedriger als in der Vorwoche, die Positivrate sinkt entsprechend dem Infektionsgeschehen auf 10 Prozent (Vorwoche: 10,8 Prozent). Insgesamt fielen bei den 170 an der Datenanalyse teilnehmenden Laboren aus dem ambulanten und stationären Bereich 99.716 SARS-CoV-2-PCR-Tests positiv aus.

„Ich bin froh, dass wir uns als fachärztliche Labore so schnell auf die mit dem vermehrten Auftreten von SARS-CoV-2-Varianten entstehenden Erfordernisse des Infektionsgeschehens und die damit verbundene Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums einstellen konnten“, sagt Dr. Michael Müller. Kaum habe man über die neue Virusvarianten B.1.1.7 und B.1.351 und deren Verbreitung auch in Deutschland Kenntnis erlangt, hätten außer dem Konsiliarlabor und den Universitäten auch die Mitgliedslabore des ALM e.V. reagiert und innerhalb von Tagen Kapazitäten für die Vollgenomsequenzierung und auch die gezielte Mutationsdiagnostik der für die Einschätzung der Pandemie wichtigen Virusvarianten mittels PCR verfügbar gemacht.

Zur Ausweitung der bisher bereits in der globalen Vernetzung bestehenden Übersicht zur Entwicklung aller Neumutationen in Deutschland hat das Bundesministerium für Gesundheit am 18. Januar die Coronavirus-Surveillanceverordnung erlassen. „Diese Verordnung ermöglicht es, die bis dahin im Nationalen Konsiliarlabor des RKI und einigen universitären Einrichtungen eher zentral durchgeführten Vollgenomsequenzierungen mit Hilfe spezialisierter niedergelassener Facharztlabore, vorerst bis in den Sommer, auch zur Aufdeckung neuer Mutationen zu nutzen“, erklärt Prof. Jan Kramer. Der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende des ALM e.V. weiter: „Aktuell sind in den ersten Laboren die Verfahren bereits etabliert und validiert. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den medizinischen Laboren arbeiten dafür erneut unter Hochdruck.“ Die Ergebnisse der Vollgenomsequenzierungen der Facharztlabore aus dem ambulanten und stationären Bereich würden dem RKI übermittelt und dort ausgewertet, so Kramer.

Die sogenannte „britische“ Virusvariante B.1.1.7 stellt nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen die aktuell größte Bedrohung für eine Ausweitung der Infektionen in Europa und somit auch in Deutschland dar. „Deshalb schauen wir zusätzlich zur Coronavirus-Surveillanceverordnung bei den SARS-CoV-2-PCR-positiven Proben mittels zusätzlicher PCR-Verfahren auch auf das Vorhandensein spezifischer Mutationen, die typisch für die einzelnen SARS-CoV-2-Varianten sind“, erklärt Dr. Michael Müller. „Die Surveillance auf breiter Basis mittels Vollgenomsequenzierung wird so mit gezielter PCR-Mutationssuche unterstützt, sodass wir bereits innerhalb weniger Wochen nach Bekanntwerden der Virusmutationen und ihrer möglichen Bedeutung eine detailliertere Vorstellung zur Ausbreitung und Entwicklung der SARS-CoV-2-Mutationen in Deutschland haben.“

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