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Parlamentskreis gegen antimikrobielle Resistenzen gegründet

Abgeordnete der Parteien CDU, FDP, SPD und Linke haben sich in einem Parlamentskreis zusammengeschlossen, um sich zukünftig verstärkt der Bekämpfung von antimikrobiellen Resistenzen zu widmen.
Parlamentskreis gegen antimikrobielle Resistenzen gegründet

Der neugegründete Parlamentskreis gegen antimikrobielle Resistenzen. Foto: Parlamentskreis

13.06.2024

Antibakterielle Resistenzen sind eine große globale Herausforderung für die öffentliche Gesundheit. Allein 2019 waren sie Schätzungen der WHO zufolge ursächlich für den Tod von annähernd 5 Millionen Menschen weltweit. Besonders betroffen sind Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) (2022) hat errechnet, dass jedes Jahr 35. 000 Menschen in der Europäischen Union durch antimikrobielle Resistenzen sterben.

„Allen Parlamentarierinnen und Parlamentariern, die sich hier zusammengeschlossen haben, ist die zentrale Bedeutung des gemeinsamen Engagements gegen antimikrobielle Resistenzen bewusst: 70 Prozent der antibiotikaresistenten Infektionen treten in Einrichtungen des Gesundheitswesens auf. AMR beeinträchtigen Operationen, Transplantationen, Intensivpflege und Gesundheit von Menschen mit geschwächtem Immunsystem, etwa Krebspatienten, bei denen eine einfache Infektion tödlich verlaufen kann.“, erklärte Dr. Georg Kippels MdB, der zum Sprecher des Beirats gewählt wurde. Als stellvertretende Vorsitzende wurde Dr. Franziska Kersten MdB gewählt.

Timo Jäger, Sprecher des DNAMR und Geschäftsführer des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) begrüßte die Initiative bei einer Feierstunde im Deutschen Bundestag. Er unterstrich die Notwendigkeit, dass sich Abgeordnete über die Herausforderungen bei der Entwicklung neuer Antibiotika informieren. „Deutschland verfügt zwar über eine Strategie gegen Antibiotikaresistenzen und einen aktualisierten Aktionsplan (DART 2030). Der Aktionsplan beschäftigt sich aber kaum mit der Entwicklung neuer Antibiotika und antimikrobieller Wirkstoffe mit begleitenden Regularien, die die Markteinführung erleichtern und sie damit den Patientinnen und Patienten zugänglich machen. Ein ständiger Nachschub an neuen Antibiotika ist aber notwendig. Umso mehr begrüßen wir es, dass wir mit den Abgeordneten des Beirats nun konkrete Ansprechpartner haben, um geeignete Maßnahmen zu diskutieren und diese mit politischer Unterstützung der Bundesregierung nahe zu legen.“


Mitglieder im Parlamentskreis sind diese Abgeordneten:

  • CDU/CSU: Stephan Albani, Prof. Dr. Helge Braun, Hermann Gröhe, Dr. Georg Kippels, Katrin Staffler
  • FDP: Kristine Lütke, Prof. Dr. Andrew Ullmann
  • SPD: Dr. Holger Becker, Dr. Franziska Kersten, Tina Rudolph
  • Bündnis 90/Die Grünen: Johannes Wagner
  • Die Linke: Dr. Petra Sitte
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