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Ärzte am Niederrhein führen Gesundheitskonto ein, das wie ein Girokonto funktioniert

Das Ärztenetz am Niederrhein, ein Zusammenschluss von Ärzten verschiedener Fachrichtungen, Kliniken, Apotheken und Pflegeeinrichtungen, hat sich mit Patienten über das Gesundheitskonto von vitabook erstmals sektorenübergreifend und digital vernetzt.  

31.03.2016

Patienten können seit dem 30. März auf www.Niederrhein.online Laborberichte, Arztbriefe, Röntgenbilder, selbst Arztrechnungen und viele weitere Gesundheitsinformationen von ihren Behandlern erhalten. Auch können darüber online Arzttermine, Folgerezepte und Überweisungen zu anderen Ärzten angefragt werden. Selbst Medikamente in der Apotheke lassen sich vorbestellen.

„Wenn Menschen kein Girokonto haben, können Sie nicht am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen und sind damit faktisch von wesentlichen Funktionen modernen Lebens ausgeschlossen. Patienten, die kein Gesundheitskonto haben, können weder sich noch ihren Ärzten Gesundheitsinformationen überweisen lassen.“ Mit dieser einfachen aber klaren Formel beschreibt Dr. Karl-Heinz Schmitz, Kardiologe aus Dinslaken die Ausgangssituation im deutschen Gesundheitswesen.


Jede Stelle, mit der ein Patient in Kontakt kommt, generiert individuelle Patientendaten. Eine Vernetzung der Daten ist bislang nicht realisiert.  Zwar ist die elektronische Gesundheitskarte der gesetzlichen Krankenkassen seit mehr als 10 Jahren in der Entwicklung. Mit einer zeitnahen Einführung und damit einer Lösung der aktuellen Kommunikationsdefizite ist aber dennoch nicht zu rechnen. Zu viele juristische und technische Hürden belasten das Projekt.

„Daher haben wir uns entschieden, das Gesundheitskonto des Patienten, das diesen Namen tatsächlich verdient, zu unterstützen, so Wolfgang Bachmann, der das Projekt für die Ärzte am Niederrhein leitet. Unter www.Niederrhein.online können sich Patienten und ihre Angehörigen mit wenigen Klicks online ein eigenes und kostenfreies Gesundheitskonto einrichten. Wie beim Online-Banking erhalten die Patienten einen eigenen Benutzernamen und ein Kennwort. Mit diesem Konto können sich Patienten von ihren Ärzten Gesundheitsdaten wie auf ein Girokonto überweisen lassen. Dafür gibt es eine eigene Gesundheits-IBAN, die wie eine Girokontonummer funktioniert. Diese Kontonummer besteht aus der Versichertennummer des Patienten sowie seiner Versicherungsnummer. Beide Angaben stehen bereits auf der jeweiligen Gesundheitskarte des Patienten.

Zusätzlich können Patienten einen Aufkleber mit einer Zufallszahl auf ihrer Gesundheitskarte aufbringen. Versichertennummer und Zufallszahl gewähren dann auch im Notfall Einblick in den Notfalldatensatz des Patienten. Die Aufkleber werden in den teilnehmenden Arztpraxen am Niederrhein kostenfrei verteilt.

Markus Bönig, Geschäftsführer und Gründer von Vitabook erläutert den grundlegend anderen Ansatz der Ärzte am Niederrhein wie folgt: „Warum sollen Patienten noch jahrelang auf den Staat warten, wenn sie ihre eigene Gesundheits-Akte sofort haben können? Ich will als Patient selbst über meine Daten bestimmen – ich ganz alleine. Es reicht aus, wenn ich mich mit meinem Arzt und seinen Helfern über mein Gesundheitskonto vernetze. Dafür müssen nicht alle Akteure aufwendig miteinander verbunden werden. Dafür brauche ich nur ein eigenes Konto, das mir gehört. Da bei vitabook alleine der Patient darüber bestimmt, wer Zugang zu seinen Daten hat und diese lesen und damit umgehen darf, gibt es keinerlei datenschutzrechtliche Hindernisse der sofortigen Umsetzung.“

„Wir Ärzte leiden unter der völlig unbefriedigenden aktuellen Situation nicht vorhandener Daten extrem. Wir sind gezwungen, Doppel- und Mehrfachuntersuchungen vorzunehmen, da uns in vielen Fällen keine Informationen über die Situation der Patienten vorliegen. Natürlich wissen wir über die isolierten selbst erhobenen Befunde Bescheid. Aber schon die Dinge, die der Kollege, egal ob Haus- oder Facharzt diagnostiziert hat, erfahren wir häufig nicht oder nicht rechtzeitig. Kommt ein Patient notfallmäßig in die Klinik fehlten dort meistens wichtige Informationen. Diagnostik und Therapie werden durch die aktuelle Situation völlig unnötig negativ beeinflusst“, so Dr. Stefan König, Kreisstellenvorsitzender Kreis Wesel des Hausärzteverbandes. „Mit vitabook sind wir als Ärzte erstmals dazu in der Lage, den bereits seit 2012 bestehenden Rechtsanspruch unserer Patienten umzusetzen, dass Sie digitale Kopien ihrer digitalen Gesundheitsakte bei uns einfordern können.“

 

Pressekontakt:

 

ordermed GmbH
Markus Bönig

Tel.: +49 1578 6789405

E-Mail: bachmann@aerztenetz-niederrhein.de

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